Die Schulleitung

zu allererst möchte ich als stolzer Schulleiter berichten, dass wir heuer, wie zuletzt im vergangenen Jahr, wieder seitens des österreichweiten Wettbewerbes „Jugend Innovativ“ zur innovativsten Schule in Kärnten gekürt wurden. Diese Auszeichnung freut uns ganz besonders, ist sie doch das sichtbare Zeichen der innovativen Haltung der HTL Mössingerstraße.

Die Reform des Bildungswesens scheint mittlerweile ein permanenter Prozess zu sein. Nach der standardisierten Reifeprüfung, der Neuen Oberstufe (NOST) steht nun der nächste Reformschritt vor der Tür: die Schulautonomie. Kern der Schulautonomie ist unter anderem, dass nun die Schulen selbst über den Einsatz der zugeteilten Ressourcen und weitgehend über die Unterrichtsorganisation selbst entscheiden sollen. So können nun beispielsweise andere Gruppengrößen in geteilten Gegenständen eingerichtet werden, wenn es die Schule für pädagogisch sinnvoll erachtet.

In diesem Zusammenhang werden wir mit kraftvoller Unterstützung der Firma Infineon Technologies Austria AG das Konzept der virtuellen Klasse etablieren. Vereinfacht gesagt, geht es darum, dass Schülerinnen und Schüler - je nach pädagogischer Zielsetzung - für einzelne temporär oder permanent, auch jahrgangs- und schulstufenübergreifend zu eigenen Klassen zusammengezogen werden. Ein
Beispiel einer virtuellen Klasse ist das „Project-Buster“-Projekt. Hier werden interessierte Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Jahrgängen zusammengefasst und verwirklichen innovative Projekte, auch unter Einbeziehung von Infineon-Baugruppen. Dies ist auch unsere Art der Begabtenförderung. Im Regelunterricht sind alle Schülerinnen und Schüler Mitglieder ihrer Klassen, werden aber zeitweise Teilnehmerinnen und Teilnehmer der virtuellen Klassen.

Einen Schritt zurück, der uns aber dennoch weit nach vorne gebracht hat, wird es bei der Neuen Oberstufe geben. Wir werden aus der NOST aussteigen. Auf Grund der vom Bildungsministerium initiierten gesetzlichen Änderungen wurde die Möglichkeit geschaffen, dass NOST-Schulen, wie die HTL Mössingerstraße, auch wieder zu der bisherigen Unterrichtsorganisation zurückkehren können. Im Sinne einer gelebten Schuldemokratie haben der Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) und die Schulleitung beschlossen, die Zukunft der NOST in die Hände der Betroffenen zu legen: den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern. Mittels anonymer Onlinebefragung wurde die Meinung der Schulgemeinschaft eingeholt. Die Beteiligung lag sensationell bei fast 100% - Demokratiemüdigkeit ist demnach an der
HTL Mössingerstraße ein Fremdwort! Das Ergebnis war eindeutig: Mit überwältigender Mehrheit stimmten alle befragten Gruppen für eine Rückkehr zum bisherigen System. Nach einem Jahr Testbetrieb konnte der Reformschritt NOST weder die Schülerinnen und Schüler noch die Lehrerinnen und Lehrer überzeugen. So wird der Ausstieg aus der NOST zur logischen Konsequenz. Nicht jedes Reformvorhaben überzeugt.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei der gesamten Schulgemeinschaft für das Mitwirken an demokratischen Entscheidungsprozessen bedanken! Es gäbe noch sehr viel mehr aus dem Schulleben zu berichten. Dazu, sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, darf ich Sie auf unseren Jahresbericht verweisen.